Freitag, 10. April 2015

Rezension "Blueprint"

Titel: Blueprint- Blaupause
Autorin: Charlotte Kerner
Preis: 6,95€
Seiten: 177
Verlag: Gulliver

Klappentext: Die hochbegabte Komponistin Iris leidet an einer unheilbaren Krankheit. Damit ihr Talent nicht mit ihr aus der Welt schwindet, lässt sie sich klonen. Iris und ihre Tochter Siri sind damit eineiige Zwillinge und zugleich Mutter und Kind. Als "blueprint", als Kopie ihrer Mutter, lebt Siri ein vorgegebenes, vorgelebtes Leben. Wo genau verläuft die Grenze zwischen ihren Persönlichkeiten? Wer ist hier ich und wer Du, wer frei und wer Sklavin der anderen?

Meine Meinung:
Ich muss zunächst zugeben, dass ich nicht allzu hohe Erwartungen an das Buch hatte, da es in der Schule oftmals gelesen wird und ich die wenigsten Bücher im Deutschunterricht mochte.
Am Anfang war ich auch nicht wirklich überzeugt, da es eher einer Nacherzählung glich und Siri ziemlich verbittert und sarkastisch wirkte. Ich mag zwar Sarkasmus, aber ihrer war nicht mein Fall. Auch mochte ich den Schreibstil nicht besonders gerne und fand die Geschichte nicht spannend, da anfangs nur über die Entstehung von Siri gesprochen wurde.

Mit der Zeit habe ich mich jedoch in das Buch und die Geschichte hineingefunden und kam besser damit klar, auch wenn ich mich immer mal wieder fragte, warum die Erzählperspektive häufig wechselt, wen Siri mit wir meint (Sie und Iris oder die Klone?) und warum sie alle anderen Einlinge nennt. 
Ich konnte ihre Gefühle auch nachvollziehen, da Iris egoistisch ist und Siri nur wollte, um ewig weiterleben zu können. Sie war mir richtig unsympathisch und kam ziemlich selbst verliebt rüber. Sie war auch ziemlich gedankenlos und hat nicht darüber nachgedacht, was Siri wohl fühlen wird und wie sie mit der Situation umgehen wird. Iris hat mich auch oft wütend gemacht, da sie Siri so unbedingt bekommen wollte und als sie da war, ständig auf Tournee war und das Kind allein (bei Dada) zurückließ. Ich konnte auch ihre Erziehung nicht verstehen und Siri tat mir leid, da sie alles genau so machen sollte, wie es bei Iris war. Sie hatte keine Chance eigene Erfahrungen zu machen und ich kann sie schon ein wenig verstehen, dass sie wütend darüber ist, keine eigene Identität fühlen zu können, da sie aussieht wie ihre Mutter, redet und sich bewegt wie ihre Mutter und das Leben ihrer Mutter führen soll.
Deswegen mochte ich Siris Idee, sich als Iris auszugeben, ziemlich interessant und lustig. Generell Siri mochte ich sehr gerne, auch wenn sie sich immer mal wieder wiederholt hat oder vorgegriffen hat und einige Dinge schon so beschrieben hat, dass man als Leser wusste, was passieren wird. Gestört hat mich bei der Erzählperspektive etwas, dass Siri sich manchmal zu widersprechen scheint, wobei das wohl ihren inneren Konflikt darlegen soll, und, dass sie ab und zu Informationen in den Raum stellt, die meiner Meinung nach früher hätten erklärt werden sollen.
Am Ende tat mir Iris jedoch leid, da Siri wirklich gemein und verletzend war. Das hat auch dazu geführt, dass ich Siri, die ich bisher immer mochte, nicht mehr ganz so gern hatte, sondern Iris, die es wirklich nicht leicht hatte.

Das Ende hat mir ganz okay gefallen. Ich finde es gut, dass Siri ihren eigenen Weg geht und nicht den ihr vorgegebenen, aber mir hat es nicht gefallen, wie sie mit den Menschen umgegangen ist.

Ich gebe dem Buch 3 Herzen, da mir viele Dinge gefallen haben (z.B. auch die wissenschaftlichen Erklärungen am Ende des Buches), mir aber auch viele Dinge nicht gefallen haben, bzw. ich finde, dass das nicht so viel Sinn (für mich persönlich) macht. Für ein Schulbuch hat es mir aber überraschend viel Spaß gemacht zu lesen.

♥♥♥ / ♥♥♥♥♥

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